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Aktuelles aus der Schule - dasKurpfalz

Aktuelles aus der Schule - dasKurpfalz

Oberstufenkurs Spanisch 2 del Kurpfalz Gymnasium Mannheim

Erstellt von Frau Dr. Augenstein | |   Spanisch

Eine Hommage des Spanisch-Oberstufenkurses des Kurpfalz für den letztes Jahr verstorbenen uruguayischen Schriftstellers und Journalisten Eduardo Galeano.

In der Auseinandersetzung und Diskussion im Unterricht um die Frage einer lateinamerikanischen Identität hat uns Eduardo Galeano mit seinen Gedanken über die „Venas Abiertas de Latinoamérica“ , (Die offenen Adern Lateinamerikas) beeindruckt und auch ein Stück weit betroffen gemacht.

Anlässlich eines Treffens am 21.09.2016 im Rahmen des Abya Yala Festivals 2016 an der Universität Mannheim mit seinem deutschen Übersetzer Lutz Kliche, der in Spanisch und Deutsch einige von Galeanos noch unveröffentlichten Texte las, hatten wir Gelegenheit, diesen großen Denker und sprachgewaltigen Dichter auch nochmal aus einer anderen als historisch kritischen Perspektive kennenzulernen. Dennoch, für die meisten wird er wohl als voice of anti-capitalisme in Erinnerung bleiben.

“En la historia y en la naturaleza la podredumbre es el laboratorio de la vida”. (Galeano, Eduardo, en: Días y Noches de Amor y de Guerra)

In der Geschichte und in der Natur ist die Fäulnis das Labor des Lebens. (Übersetzung von Lutz Kliche)

 іVale un Potosí!

Benutzt man іVale un Potosí! im Spanischen, so möchte man zum Ausdruck bringen, dass etwas unbeschreiblich wertvoll, von unbezahlbarem Wert ist, quasi Menschenleben aufwiegt.

Der Potosí ist ein Berg in Bolivien, ein Berg aus purem Silber, eine Mine. In den Chroniken der spanischen Missionare wird beschrieben, unter welch grausamen Bedingungen die Encomenderos der Spanischen Krone der indigenen Bevölkerung ohne Rücksicht auf Verluste Frohndienste abverlangten. Neben dem Silberberg häuften sich Berge aus menschlichen Kadavern. Es stank zum Himmel, so die Chronisten.

Ohne das Silber aus Potosí hätte die Industrialisierung und Entwicklung Europas nicht stattfinden können. Das, was Europa heute ist, ist aus den Leichenbergen um Potosí erwachsen.

Eduardo Galeano hat diese These erstmals in seinem Werk „Las venas abiertas de América Latina“ (Die offenen Adern Lateinamerikas)  aufgestellt.

Unter dem Namen Dependenztheorie wird sie in Wissenschafts-kreisen diskutiert und analysiert.

 

Das Silber aus dem Potosí floß nach Spanien, das nichts anderes zu tun hatte und zu tun wusste, als damit Kriege zu finanzieren, um die Vormacht  zu halten. 

 

Die spanische Führungsschicht arbeitet nicht, damals nicht, die Katalanen durften nicht. Stolz und Ehre erlaubten dies nicht.

 

Die Industriellen in England und die Banker der damaligen Zeit, ansässig in Flandern, Deutschland, Frankreich aber wussten die Folgen des kastilischen Lifestyles einzuschätzen und nutzten die Gunst der Stunde, -ganz ohne Angst sich die Hände schmutzig zu machen- als das spanische Imperium, dann doch dem Niedergang entgegen taumelte. Sie waren die Kreditgeber und Gläubiger der spanischen Krone, als die Schätze der Kolonien, dann doch nicht mehr ganz so leicht abzugreifen waren. Das Kapital des Potosí erschuf Europa.

 

Wer sich von der Persönlichkeit Eduardo Galeanos einen Eindruck verschaffen möchte, sollte sich dieses Video (mit englischen Untertiteln) ansehen: Vivir sin miedo  (Leben ohne Angst)

 

www.youtube.com/watch

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