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Latein am KGRM

Als zweite Fremdsprache beginnt Latein an unserer Schule in der 6. Klasse.

Wir unterrichten mit dem Lehrbuch Cursus, das den Schülerinnen und Schülern mit inhaltlich interessanten Texten die lateinische Sprache nahebringt. So besuchen wir z.B. mit den römischen Jugendlichen Flavia und Quintus Thermen, Wagenrennen und den Circus Maximus, bekommen es aber auch mit Piraten und Sklavenhändlern zu tun. Später erfahren die Schülerinnen und Schüler vieles über die antiken Mythen und Geschichte. Abgerundet wird all dieses Wissen durch Exkursionen, die wir mit unseren Klassen veranstalten.

Wir haben uns für die dreibändige Ausgabe dieses Lehrwerkes entschieden, da es die Vokabeln mit einer zusätzlichen Seite spielerisch aufbereitet und weitere Übungs-möglichkeiten bietet. Natürlich gibt es auch in Latein zum eigentlichen Buch ein "Workbook", das im Unterricht eingesetzt wird. Außerdem haben wir umfangreiche Freiarbeitsmaterialien angeschafft, die wir seit dem Schuljahr 2012/13 in den 6. und 7. Klassen mit Erfolg und zur Freude unserer Schüler einsetzen.

Im Laufe der 9. Klasse endet die Spracherwerbsphase und wir beschäftigen uns mit Originallektüre. Die Auswahl hierbei ist sehr groß, so dass sich eigentlich für jeden etwas Ansprechendes finden lässt: die Fabeln des Phaedrus, Caesar und Cicero, Liebesdichtung und die Methamorphosen Ovids, Carmina Burana oder die Spottverse Martials, um nur einige Möglichkeiten zu nennen.

Nach der 10. Klasse haben die Schülerinnen und Schüler das Latinum erworben, sofern sie mit der Note 4 abschließen. Danach haben sie die Möglichkeit, Latein auch in der Kursstufe zu wählen. Wir bieten an unserer Schule jedes Jahr einen Kurs an und haben regelmäßig Abiturienten im Fach Latein.


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Warum heute noch Latein lernen?

Diese Frage wird oft gestellt, wenn es um die Entscheidung geht, welche Fremdsprache auf dem Gymnasium gewählt werden soll. Es gibt viele Gründe, die für Latein sprechen, die wichtigsten sollen im Folgenden kurz genannt werden.

 1. Latinum als Voraussetzung für viele Studiengänge

Das Latinum wird nach wie vor bei vielen Studiengängen verlangt. Nicht bei Medizin und Jura, wie viele immer noch glauben, aber z.B. bei Sprachen (auch bei Germanistik), Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie und natürlich Philosophie und Theologie. Das ist nur eine kleine Auswahl, ein genaues Verzeichnis können Sie im Internet unter www.altphilologenverband.de nachsehen.

Selbstverständlich kann man das Latinum auch an der Universität nachholen. Hier kostet es jedoch viel Zeit und Energie, die man eigentlich für das Fachstudium aufwenden sollte. In der Schule wird das Latinum quasi "nebenbei" nach der zehnten Klasse erworben, sofern in Latein mindestens die Note 4 erreicht wird.

 

2. Latein ist Grundlage für moderne Fremdsprachen

Man spricht von "Mutter Latein" und ihren "Töchtern". Nicht nur in den typischen romanischen Sprachen lebt Latein weiter, auch viele Wörter des englischen Wortschatzes haben lateinische Wurzeln, denn die "alten Römer" eroberten einen großen Teil von Britannien. So ist Latein der Schlüssel zu weit mehr Sprachen, als in der Schule gelehrt werden. Und wer weiß heute schon, welche Sprache er in seinem späteren Berufsleben wirklich brauchen wird?

Im Gegensatz zu den modernen Fremdsprachen wird Latein im Unterricht nicht aktiv gesprochen, die Schwierigkeiten der fremdsprachigen Rechtschreibung und Aussprache entfallen.

3. Auseinandersetzung mit der eigenen Muttersprache

Im Deutschen haben wir bekanntermaßen viele Fremdwörter, die aus dem Lateinischen stammen (z.B. "Computer" von lat. computare = rechnen), und bei Lehnworten wie "Fenster" (finistra) und "Käse" (caseum) fällt ihr lateinischer Ursprung schon gar nicht mehr auf.

Im Gegensatz zu den modernen Fremdsprachen ist das Kernstück im Fach Latein die Übersetzung, und zwar nur vom Lateinischen ins Deutsche. Dadurch werden die Schüler angehalten, sich auch mit ihrer eigenen Sprache auseinanderzusetzen. Es werden Ausdrucksfähigkeit und Stilgefühl geschult, denn die Übersetzung soll treffend und verständlich sein, man darf ihr nicht ansehen, dass es eine "Übersetzung" ist.

 

4. Erwerb von Grammatikkenntnissen

Im Lateinunterricht werden grammatische Strukturen intensiv vermittelt und eingeübt. Dieses Basiswissen ist für das Erlernen jeder Sprache wichtig. Die Schüler profitieren hiervon auch im Deutschunterricht - in der Unterstufe bei der muttersprachlichen Grammatik, in der Oberstufe durch das Erkennen der Strukturen anspruchsvoller deutscher Texte.

Freiarbeit in Latein

In der Unterstufe setzen wir im Unterricht umfangreiche Freiarbeitsmaterialen zu unserem Lehrbuch ein. Die Schüler können sich hier in regelmäßig stattfindenden Stunden ihre Arbeitszeit eigenständig einteilen und individuelle Lernschwerpunkte setzen. Zur Auswahl stehen abwechslungsreiche Übungen zum Wortschatz, den Formen und zur Übersetzung. Zu jeder Aufgabe gibt es auch ein Lösungsblatt, so dass sich die Schüler selbstständig kontrollieren können. Damit eignen sich unsere Freiarbeitskästen auch sehr gut für Vertretungsstunden.

Als Übungsformen werden unter anderem Memoria und Puzzle, Kreuzworträtsel und Triminos angeboten, Übersetzungen werden weiter aufbereitet. Gearbeitet wird allein oder zu zweit. Die meisten Aufgaben gibt es in zwei Niveau-Stufen - farblich in blau oder rot unterschieden -, so dass die Schüler nach eigener Einschätzung zu einer einfacheren oder anspruchsvolleren Variante greifen können.

In den Freiarbeitsstunden lernen unsere Schüler eigenverantwortlich zu arbeiten. Die Arbeit im eigenen Lerntempo und mit Aufgaben, die dem eigenen Lernstand entsprechen, fördert und fordert sowohl schwächere als auch leistungsstarke Schüler. Die meisten sind mit großem Engagement bei der Sache und nutzen die Chance dieser spielerischen Lernmethode.

 

5. Latein ist eine äußerst lebendige Sprache

Latein begegnet uns auch heute noch auf Schritt und Tritt. Sei es in der Werbung, wo viele Produkte ihren Namen aus dem Lateinischen bekommen - so z.B. der neue Opel Insignia (insignis = ausgezeichnet, hervorragend). Oder in Literatur und Kunst, wo antike Themen häufig aufgegriffen und bearbeitet werden. Oder in der Musik, wo Gregorianische Gesänge die Hitparaden stürmen und viele Chöre die Carmina Burana einstudieren. Und um themenbezogene Informationen zu sammeln oder zu verbreiten, gehen wir in ein Internet-Forum (forum = Marktplatz).

An vielen Orten stolpern wir also über römische Überreste, und nicht nur Mittelalterfeste ziehen die Besucher an, sondern auch Legionärslager und Römertage (s. Fotos unten). Bei Radio Bremen kann man sogar monatlich einen aktuellen Nachrichtenrückblick auf Latein abrufen: www.radiobremen.de/nachrichten/latein

 

6. Latein als Fundament der europäischen Kultur- und Geistesgeschichte

Die europäische Kultur ist fest in der Antike verwurzelt. Unser Staats- und Rechtssystem hat seinen Ursprung in der res publica Romana, unser Kontinent hat seinen Namen aus der antiken Mythologie und Sarkozys Mittelmeer-Union ergänzt die EU letztendlich um die Länder, die auch zum Imperium Romanum gehörten.

So beschäftigen wir uns im Lateinunterricht mit Geschichte und Mythologie, mit dem römischen Alltagsleben in Rom und seinen Provinzen, mit Philosophie, Kunst und Architektur.

Dadurch wird den Schülern kulturelle Kompetenz und ein fundiertes Allgemeinwissen vermittelt.

 

 Beitrag: Fachleitung B. Wiedemann